Übergewicht im Kindesalter
Onlinesprechstunde am 16. Oktober 20:00 - 21:30 Uhr zu Gesundheitsrisiken, Prävention und Therapiemöglichkeiten
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Die Zahl der übergewichtigen Kinder hat in den letzten Jahren stark zugenommen und steigt auch weiterhin an. 2005 waren nach Angaben der WHO weltweit bereits 20 Millionen Kinder unter 5 Jahren übergewichtig. Viele dieser Kinder werden auch im Erwachsenenalter unter Übergewicht und den daraus entstehenden Folgeerkrankungen zu leiden haben.
Mit ausreichend Bewegung und einer gesunden Ernährung könnte vielen Kinder geholfen und Übergewicht vermieden werden
In Deutschland hat sich der Anteil an übergewichtigen Kindern in den letzten zwanzig Jahren mehr als verdoppelt, so dass jetzt bereits 10-20% der Schulkinder und Jugendlichen unter Übergewicht leiden.
Doch nicht nur die Zahl der übergewichtigen Kinder ist angestiegen, auch das Ausmaß des Übergewichts selbst hat zugenommen: Immer mehr Kinder leiden unter Adipositas (Fettleibigkeit), einer chronischen Krankheit mit einer übermäßigen Vermehrung oder Bildung von Fettgewebe. Adipositas kann somit als eine schwere Form des Übergewichts gesehen werden.
Übergewicht oder Fettleibigkeit?
Ob es sich nun um Übergewicht oder schon um Adipositas handelt, kann anhand des BMI (Body Mass Index) festgestellt werden. Nach Richtlinien der WHO gilt ein BMI (BMI = Gewicht durch das Quadrat der Körpergröße in Metern) von 25 und mehr als Übergewichtig und ein BMI von 30 und mehr als adipös.
Bei Kindern muss jedoch neben dem BMI auch noch das Alter und das Geschlecht beachtet werden, da es in der Entwicklung alters- und geschlechtsbezogene Besonderheiten bezüglich der Körperfettmasse gibt, die der BMI nicht berücksichtigt. Der BMI berücksichtigt ebenso nicht die Körperzusammensetzung, so das ein muskulöses Kind einen höheren BMI-Wert haben kann, ohne dass dies gesundheitlich bedenklich wäre.
Ob ein Kind tatsächlich zu viel Fett im Körper hat, lässt sich beispielsweise mit einer Messung der Dicke verschiedener Hautfalten ermitteln.
Ursachen
Zu Übergewicht kommt es durch eine unausgeglichene Energiebilanz: es wird mehr Energie durch Nahrung zu sich genommen als der Körper verbraucht. Dass viele Kinder mehr Energie zu sich nehmen als sie verbrauchen, liegt vor allem an zu wenig Bewegung: Beliebte Medien wie Fernsehen oder Computer verleiten zu einem bewegungsarmen Alltag. Ein weiteres Problem ist oft eine ungesunde Ernährungsweise. Mit „Schuld“ daran sind sicher die gerade bei Kindern populären Schnellrestaurants und Imbisse sowie Fertiggerichte, die eine einfache und schnelle Mahlzeit versprechen aber auch sehr viel Fett enthalten. In vielen Familien wird kaum noch selbst gekocht und selten zusammen gegessen. Auch Aktivitäten mit der ganzen Familie wie Wandern, Fahrradausflüge oder ähnliches haben abgenommen.
Für Übergewicht ist jedoch nicht allein die Lebensweise verantwortlich: Forscher schätzen den Einfluss des Erbguts auf 40-70%. Ob ein Kind die Veranlagung zum Übergewicht geerbt hat, lässt sich aber nicht vor einem Alter von drei Jahren sagen, da Kinder in dieser Zeit meist etwas pummeliger sind. Ab diesem Alter wird es allerdings schwieriger, vorhandenes Übergewicht wieder loszuwerden. Je länger Kinder übergewichtig sind, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie auch als Erwachsener übergewichtig sein werden.
Folgen
Durch das Übergewicht wird der Körper stark belastet und es kommt zur Schädigung der Gelenke, der Wirbelsäule, der Sehnen und der Füße. Außerdem kann es zu Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Problemen und Stoffwechselstörungen kommen. Ebenso beeinträchtigt durch das Übergewicht ist die Lungenfunktion, was eine verminderte Atmung und eine reduzierte Sauerstoffsättigung des Blutes bedeutet. Als Folge davon kann es zu Schlafstörungen und zu Störungen der Lern- und Gedächtnisfunktionen kommen.
Übergewichtige Kinder sind auch einem größeren Verletzungsrisiko ausgesetzt, da ihre Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sind.
Neben den körperlichen Auswirkungen des Übergewichts leiden die Kinder aber besonders unter den psychischen Folgen: Von anderen Kindern werden sie oft gehänselt und sozial ausgegrenzt und fühlen sich dadurch minderwertig. Als Ersatz für die fehlenden Freunde müssen dann oft Computer und Fernseher herhalten, wodurch sich der Bewegungsmangel vergrößert.
Einige Kinder versuchen, ihre Einsamkeit mit Essen zu kompensieren und geraten so in einen regelrechten Teufelskreis. Die Minderwertigkeitsgefühle, geprägt von Schuld- und Schamgefühlen bis hin zum Selbsthass, halten oft bis ins Erwachsenenalter an, auch wenn äußerlich eigentlich kein Grund mehr dazu besteht.
Therapiemöglichkeiten
Die besten Maßnahmen gegen Übergewicht sind Sport und eine gesunde Ernährung. Durch sportliche Betätigung wird der Stoffwechsel angeregt, überflüssige Kilo werden ab- und Muskeln dafür Muskeln aufgebaut. Außerdem stärkt Sport das Selbstvertrauen der Kinder und zügelt den Appetit.
Wichtig ist vor allem, eine Sportart zu finden, die den Kindern Spaß macht und möglichst gelenkschonend ist, wie beispielsweise Schwimmen oder Radfahren.
Bei der Ernährung ist darauf zu achten, dass nicht zu viel Fett oder Kohlenhydraten konsumiert werden. Außerdem sollten Kinder bewusst essen, also nicht nebenbei beim Fernsehen oder Computerspielen. Auch sollte mindestens eine Mahlzeit am Tag mit der gesamten Familie eingenommen werden.
Da übergewichtige Kinder oft ein vermindertes Selbstbewusstsein haben, ist es besonders wichtig ihre Psyche zu stärken. Man sollte sie schon für kleine Erfolge im Kampf gegen das Übergewicht loben und mit Kritik sensibel umgehen.
Welche weiteren Therapiemöglichkeiten es gibt, wie man Übergewicht präventiv angehen kann und was für Gesundheitsrisiken auftreten ist Thema dieser BKK Diakonie Online-Sprechstunde.
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