Vermeidung von Mehrkosten für Versicherte

Für nicht rabattierte, aber festbetragsgeregelte Arzneimittel besteht grundsätzlich nur ein Anspruch auf Versorgung bis zum Festbetrag

Der GKV-Spitzenverband und der DAV haben Informationen erhalten, dass teilweise aufzahlungspflichtige Arzneimittel, also Arzneimittel oberhalb des Festbetrages, abgegeben werden, obwohl aufzahlungsfreie Arzneimittel lieferfähig gewesen wären. Die Versicherten wurden darauf verwiesen, sie
könnten sich die Mehrkosten von den Krankenkassen zurückerstatten lassen.

Es wird darauf hingewiesen, dass Mehrkosten grundsätzlich von den Versicherten zu tragen sind (§ 2 Absatz 18 RahmenV und § 31 Absatz 2 SGB V). Die Abgabe von Arzneimitteln, die mit Mehrkosten für die Versicherten verbunden sind, soll von den Apotheken daher möglichst vermieden werden. Es ist in jedem Fall von den Apotheken zu prüfen, ob aufzahlungsfreie Alternativen bestehen.

Des Weiteren kann die Apotheke mit Einverständnis der Versicherten den verordnenden Arzt kontaktieren und erfragen, ob die Versicherten alternativ ein anderes therapeutisch vergleichbares Arzneimittel erhalten könnten. Hierfür wäre die Ausstellung eines neuen Rezeptes erforderlich.

Die Rechtsprechung stellt aufgrund des Wirtschaftlichkeitsgebotes und des der Versorgung zugrundeliegenden Sachleistungsprinzips sehr hohe Anforderungen an die Übernahme von Mehrkosten, sodass nur in Einzelfällen eine Übernahme dieser Mehrkosten durch die Krankenkasse möglich ist. Nur bei rabattierten, festbetragsgeregelten Arzneimitteln, die nicht verfügbar sind, trägt die Krankenkasse ausnahmsweise die Mehrkosten, wenn kein Arzneimittel bis zum Festbetrag verfügbar ist (§ 11 Absatz 3 RahmenV).