telefon

BKK Diakonie - Krankenkasse für soziale Berufe - Zur Startseite



Gibt es wirklich gute und schlechte Essensverwerter?

Die einen essen, was sie wollen und nehmen einfach nicht zu. Die anderen werden beim bloßen Anblick einer Sahnetorte dick. Kann das stimmen? Ernährungswissenschaftler Helmut Heseker erklärt:

Die Frage nach den Essgewohnheiten beantwortet kaum ein Topmodel mit: „Hauptsächlich Salat, keine Kohlehydrate, null Fett und ganz viel Wasser“. Stattdessen liest man immer wieder: „Steak mit Pommes“, „Schokolade“ oder „deftige Hausmannskost von Mutti“.

Kann das wirklich stimmen? Ist die Welt so ungerecht, dass diese Zauberwesen außer mit Engelsgesichtern auch noch allesamt mit Wundergenen ausgestattet wurden? Gibt es Menschen, die alles in sich hineinstopfen können ohne dabei zuzunehmen? Während andere wiederum das Gefühl haben, bereits der Gedanke an Chips fördere Rettungsringe und Schwabbelarme.

„Es gibt in der Tat Menschen, die Energie besser verwerten als andere“, so Professor Helmut Heseker, Ernährungswissenschaftler an der Universität Paderborn. Zu Jäger-und-Sammler-Zeiten oder während schwerer Hungerkatastrophen vergrößerte eine bessere Energieverwertung die Überlebenschancen. Zu Zeiten des Nahrungsüberflusses gilt dies wohl eher als Klotz am Bein.

Laut Heseker tragen 75 Prozent der Deutschen beim Erreichen des Rentenalters Übergewicht mit sich herum. Offensichtlich besitzt die Mehrzahl der Menschen die Fähigkeit zum Zunehmen. Auf die guten Gene sollte man sich also lieber nicht verlassen. Abgesehen von dem Erbmaterial – wovon hängt es nun ab, ob man ein guter oder ein schlechter „Futterverwerter“ ist?

„Hormone können eine Rolle spielen“, so Heseker. Wer unter einer Schilddrüsenüberfunktion leidet, dessen Stoffwechsel läuft auf Hochtouren und verbraucht unverhältnismäßig viel Energie. Die Betroffenen können sehr viel essen, ohne zuzunehmen. Das klingt super, ist aber für den Körper auf Dauer schädlich. Eine Schilddrüsenerkrankung gehört auf jeden Fall in ärztliche Behandlung.

Dann kommt es noch darauf an, wie gut ein Mensch trainiert ist. Muskeln sind aktive Körpermasse. Sie benötigen und verbrennen viel Energie. Sport zeigt also gleich eine doppelte Wirkung. Die Bewegung lässt Pfunde schmelzen und den täglichen Kalorien-Grundverbrauch wachsen.

Sie sind ein schlechter Essensverwerter und wollen es auch bleiben? Lassen Sie die Finger von Diäten! Die Reduktion der Kalorienzufuhr führt dazu, dass der Körper lernt, die verfügbare Energie besonders effektiv zu nutzen. „Am Anfang einer Diät nimmt man schnell ab, dann geht es immer langsamer“, wirft Heseker ein. Radikalkuren können den Stoffwechsel nachhaltig ungünstig beeinflussen – man trainiert nur seine Energiesparmechanismen.

Der Ernährungswissenschaftler hält nichts von dem Ratschlag, einfach nur nach dem Bauchgefühl zu essen. Er rät vielmehr dazu, sich bewusst und gesund zu ernähren. Am besten immer ein bisschen weniger, als man braucht. Heseker findet, Kalorien lassen sich leicht einsparen: „Essen Sie beispielsweise einfach nur eineinhalb Brötchen statt zwei, nehmen Sie Halbfettbutter statt normaler und lassen die fetttriefende Panade auf dem Teller zurück.“

In Kombination mit ausreichend Bewegung kann man so Übergewicht von Anfang an vermeiden. Und das ist immer noch die beste Garantie für eine dauerhaft schlanke Figur.

Quelle: Apotheken-Umschau



aus den Kategorien: ,